
Foto: © Johannes Lerch
Ge(h)zeiten setzt mit der neuesten Produktion "Die Stunde des Gehens" einen
Kontrapunkt wider die Schnellebigkeit. Hält der Eile, der atemlosen Hetzerei, der wilden Jagd nach Reizen die schlichte
Langsamkeit entgegen. Die Lange-Weile wird zu einem Augenblick des kontemplativen Innehaltens. Eine unspektakuläre
Produktion in Zeiten, in denen Spektakel alles ist.
Durch ihren tranceartigen Gang durch Raum und Zeit werden die Akteure/innen zu Trägern/innen einer verlorenen Fähigkeit
bzw. Qualität, die keinen Platz mehr in einer kapitalistischen Gesellschaft hat, in der das Maß aller Dinge das Geld ist
und sich Sinnsprüche wie Zeit ist Geld manifestieren können, diese Fähigkeit heißt: Verinnerlichung anstelle von
Veräußerlichung.
Das Raum-Zeit-Gefüge beginnt sich einerseits, dadurch, dass wir dem NICHTS begegnen zu verdichten, andererseits wird
der/die Betrachter/in seiner/ihrer Alltagsroutine und Motorik enthoben, es öffnet sich die Möglichkeit, sich selbst
versenkend, teilhaftig zu werden und sich auf einer Metaebene wieder zu finden, die Wahrnehmungsebene zu wechseln und
der Ruhe und Stille in sich zu begegnen. Wir durchschreiten den äußeren Raum, um in unserem eigenen Innen-Raum anzukommen.
Mona May
"Die Stunde des Gehens" beginnt jeweils um 20:00 Uhr und endet um 21:30 Uhr