vivace4 ist ein abstraktes, dynamisches Tanzstück für vier Tänzer/innen.
Durch die komplexen tänzerischen Strukturen und die räumliche Konzeption wandeln sich die
Tänzer/innen und der Raum in einem steten Fluss. Die Körper der Tänzer/innen erscheinen
gleichsam skulptural oder segmentiert, nie aber in einer festgeschriebenen Form festgehalten.
Das spritzige, rhythmische, raumergreifende Bewegungsvokabular mutet an, wie das
energetisierende Drehen der Derwische, das den Raum in Bewegung geraten lässt.
felicitas schwebt - eine raumtheatrale Tanzperformance der Company I für 5 Tänzerinnen im Rahmen des Architekturprojektes "Sonnenaufgang im Tetrapack" von der Gruppe k´box am Grazer Südtirolerplatz.
Ein Raum als leeres, hohles Gebilde - wir betreten ihn - und begeben uns auf eine Suche. Wonach? Identität? Einen Platz in der Gesellschaft zu finden? Welchen? Wir spannen unser Netz aus Ideen und Wünschen, umgarnen die anderen oder durchtrennen die Fäden der Verbundenheit. Was wird uns durch und durch zur Erfüllung werden können? Was ist das (Lebens-)Ziel, der Sinn und wer sind die anderen in diesem Spiel um Platz und Identität? Zerrissenheit ... ein Teufelkreis ... es rumort in den Köpfen ... die denken, kalkulieren, streben, erkennen, schauen aus Augenhöhlen, Blicke treffen auf andere Blicke. Da steht schon einer oder ist es eine? Hände greifen nach anderen Händen ... oft vergebens ... entgleiten sie uns wieder... Eine Schulter lehnt sich sacht an eine andere, dann fallen Leiber zu Boden. Stürzen. Wir gehen im Kreis und kehren zu unserem Ausgangspunkt zurück. Diametral durchqueren wir die Spirale des Raumes oder eines sozialen Gefüges ... Wir gehen, suchen, irren; doch es kann sein, dass wir während eines Atemzuges unvermittelt stehen bleiben und das Netz, das uns schützend umgibt, reißt ... offenen Mundes bleiben wir in einem Vakuum zurück ... erneut strömt Atem in unsere Lungen ein.
Die Gäste (das Publikum) sind geladen und sitzen mit den Akteuren an einer festlich gedeckten Tafel ... Wein wird kredenzt ... es wird monologisiert und dialogisiert ... "Schmeckt er süß der Wein?" Ein zelebrierter Trunkspruch unterbricht die Monologe und Dialoge und leitet jeweils einen Themenwechsel ein. Die Haupttexte des Mahnmahls sind so aufgebaut, dass sich die Themen Sinnlichkeit, Sitten, Sexualität, Tötung und Frieden immer mehr verflechten. Die Tischgespräche folgen einem strengen Zeremoniell.
Einmal hat mich einer gefragt: "Was tun Sie mit Ihrer Freiheit?" Ich schüttelte nur den Kopf, ich wusste ja nicht, wovon er sprach!
Der Bodenzyklus ist ursprünglich eine bewegungsanalytische Studie. Er ist aus der
Intention entstanden, eine kontemplative tänzerische Trainingseinheit zu gestalten, die den
Ausübenden ermöglicht in aufeinander abgestimmten Bewegungsfolgen - im Sinne der
Organisch-Organisierten Bewegung - ihr tänzerisches Wissen und die körpertechnischen
Fähigkeiten in sensibler Weise zu vertiefen und zu erweitern.
Das gesamte Bewegungsmaterial, die Art und Weise woraus und wie es sich entwickelt, wie es
sich im temporalen Ablauf verhält, entspringt dem Gedanken, dass Tanz unter anderem das Joga
des Westens ist. In seiner Weiterentwicklung nimmt der Bodenzyklus eine eigenständige
Ästhetik an, die mehr einer durchkomponierten Choreografie gleicht, als einer Trainingseinheit.
Es entsteht ein weiches, sich in den Raum schmiegendes Bewegungsbild.
... ein Duett ... zwei Tänzerinnen und ihre synchronisierten Bewegungsabläufe ergeben einen sich stetig wandelnden Raum, in dem tänzerisch-architektonische Plastizität ensteht.
Mit zwei Tänzerinnen stehen sich zwei Körperräume gegenüber, wobei jede einzelne ein in sich abgegrenztes Wesen hat, das es zu verlassen gilt, um ein Ineinanderfließen - einen gemeinsamen Raumfluß - zu ermöglichen. Der Kompromiss als Fließgrenze 2er verschiedener Körperräume. Das Verlassen der wesenseigenen Abschottung (=-1) um gemeinsam (=+2) zu "beraumen". (Veronika Mayerböck)